Menschen sterben, die ganze Zeit sterben Menschen. Heute verabschieden wir uns von einem Menschen dem dies wiederfahren ist. Ist er nun tot? Ich bezweifel es… Warum sollte man nun trauern? Weil man nicht mit ihm sprechen kann? Wir sind Materie, er ist Materie, mehr nicht. Natürlich steckt hinter der Materie Moral, Menschlichkeit, Gefühl. Jedoch heißt es nicht das sich etwas daran ändern muss, sobald der Mensch nicht mehr ansprechbar ist. Es gibt eine Energie, diese Energie erstreckt sich durch all Erdenkliches. Es ist unbedeutend und möglicherweise für einige Anwesende tragisch. Er ist alt geworden, was will man mehr? Für mich ist es nicht tragisch, vielleicht weil ich ihn nie wirklich kannte, oder weil ich keinen Draht hatte… Jedoch verändert dies nichts an der Unbedeutsamkeit. Wir sind da um zu sein, nicht um zu fragen. Würde er nun hier sitzen, was er nicht tut, da er hier liegt, würde er dann nicht schweren Herzens gehen, weil alle vermissen würden. Wir schütteln uns die Hände, und lassen wieder los, denn nichts ist für immer, und Endlichkeit ist nicht greifbar, aber spürbar.


 Wir sind Energie, genauso wie alles was uns umgiebt, wenn wir nicht da sind bleiben wir dennoch Energie. Denkt an das einschlafen, ihr kuschelt euch ein, und genießt die Ruhe, eure Augen werden müde, und sie schließen sich ganz. Ihr hört noch ein paar geräusche, doch auch die blendet ihr bald aus, und ihr schlaft. Der Schlaf lässt euch träumen, und der Traum fühlt sich ewig an, dieses Gefühl vergesst ihr wenn ihr erwacht, doch im Traum spürt ihr es genau. Dieser Mensch träumt nun, und er wacht nicht auf, doch die Welt in der er träumt ist endlos und frei. Er ist sehr krank gewesen, doch viele Pfleger kümmerten sich gut. Mit einem Prozess abzuschließen ist schwer, vorallem mit dem der Alterung, wenn dir Zeit bleibt, dann wirst du dich immer abfinden, wenn keine Zeit bleibt, dann ist es auch nicht schlimm. Zeit läuft aus unserer Sicht in eine Richtung, in keine andere. Warum nicht? Wer weiß das schon, aber warum glaubst du an die Vergangenheit, oder die Zukunft.

Erkenne diesen Moment, und schweige nun mit mir in ihm.     Wir verabschieden uns.

Leonard S.


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