Er war groß, dachte er sich. Schön, für wie er sich hielt. Die Zeit verbrachte er im Sitzen, dauernd und immer zu. Es gab keine andere Position die ihm gefiel. Er denkt öfters: Sitzen ist das schönste was es gibt, wenn ich nicht stehen muss dann ist es egal, wie krumm mein Rücken ist. Er sitzt also. Wenn er mit seinen Händen seine Umgebung oder seinen Körper abtastet, dann fühlt er genau das dieser zu ihm gehört. Wenn er das Löchlein in seinem Bauch anfässt, dann fühlt er das es mittig sein muss. Er sagt sich, es sei das Wichtigste, dieses kleine Loch und alles was dazu gehört, eben weil es so schön mittig ist. Selten isst er etwas, da er sich nie bewegt. Er sitzt eben einfach… Manchmal wenn er schläft, dann macht er tatsächlich einen Spatziergang, aber nur in seiner Vorstellung. Wenn er sich das Gehen vorstellt, dann denkt er meist an Reisen, in denen er sitzend durch die Gegend rutscht, ohne aufzustehen, aber oft träumt er in letzter Zeit auch nicht. Er fragt sich oft, was Zeit genau ist, denn er trägt keine Uhren und hat auch noch nie eine gesehen. Eigentlich schade, aber da er keine kennt ist er dann doch sehr zufrieden mit dem was er hat. Man könnte meinen er lebe ungesund, aber er selbst sieht das nicht so eng, denn er vergleicht sich nicht mit Anderen. Manchmal spürt er Schmerz, manchmal eben nicht. Alle paar Tage hat er eine tolle Idee, die er sich dann versucht zu merken. Die meisten Ideen sind sehr praktisch um mit Pflanzen zu sprechen, er hat sogar früher schonmal welche gesehen, aber nur sehr kurz. Zu dieser Zeit muss er 1-2 Jahre alt gewesen sein, nur durch langes Nachdenken erinnert er sich an die Farben. Er sitzt da, weil er gefesselt ist. Er blickt auf eine dunkle Tür in einem verdunkeltem Raum. Es ist sehr kühl. Vor ihm die Tür, sie zeigt hin und wieder Schatten unter dem Schlitz, aber meist nicht zu erkennen. Das einzige was er sieht ist ein sehr sehr kleines Schlüsselloch. Gefangen in diesem Raum wird er nicht mehr lange leben, dieser feine Herr ist sehr sehr glücklich und stellt wenig Fragen. So einer wie er, ein Taugenichts der verkümmert. Wer zuhört wie ich über ihn spreche, der braucht nun eine richtig gute und freudige Ablenkung, denn der sitzende Bauchnabelmann, dieser macht traurig. Er selbst ist es nicht, denn er kennt unsere Welt nicht.

Leonard S.

Youtube-Kanal: https://www.youtube.com/channel/UCAeqHiNEax79I7IBpJgKsPA

Advertisements